Rachepsalmen (3/9)
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Wenn du noch nicht genau weißt, ob du noch religiös oder schon gläubig bist, dann ist das hier deine Playlist: Das Evangelium erklärt
Die Skripte zu den Podcast-Episoden finden sich hier: Skripte Podcast
Wenn du für meinen Dienst beten willst, dann findest du hier drei aktuelle Gebetsanliegen.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. AMEN
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00:00:04: Ich
00:00:32: erinnere mich noch genau an den siebten Oktober.
00:00:36: An diesem Tag lebte ich an meinem Handy, immer wieder schaute ich nach was in Israel passiert war weil ich mitbekommen habe, dass dort etwas Schlimmes passiert sein musste.
00:00:47: Es kamen gefühlt stündlich neue Nachrichten aus Israel und jede Nachricht übertraf die vorige Angrausamkeit.
00:00:54: Am Anfang sah alles nur nach einem schweren Raketenangriff aus.
00:00:59: Und dann wurde relativ schnell klar es war mehr als das.
00:01:03: Hamas Terroristen haben israelische Ortschaften überfallen Menschen in den Gasastreifen verschleppt und an diesem Tag etwa twelvehundert Menschen ermordet.
00:01:14: Noch heute kann man Aufnahmen von diesem Tag sehen, sie zeigen Menschen die panisch um ihr Leben laufen, sie zeigen frisch verweiste Kinder und Terroristen, die ihre Taten füllen und ihre Opfer verhöhen.
00:01:27: Es sind Bilder, die für mich persönlich kaum zu ertragen sind.
00:01:31: Wenn wir solche Bilder sehen Was passiert denn uns?
00:01:36: Ich erinnere mich noch ganz genau in meine Gefühle absolut erschüttert und alles in mir hat geschrieben, und zwar nach Gerechtigkeit.
00:01:46: Je mehr ich von solchen Nachrichten über schweres Unrecht höre, desto mehr drängt sich bei mir die Frage auf, wo wird dieses Unrecht jemals gerade gerückt?
00:01:57: Nach Auschwitz, nach dem siebten Oktober, nach Jeffrey Epstein – wer sorgt dafür dass Eilers nicht das letzte Wort behält?
00:02:06: Ja wir haben unsere menschlichen Gerichte!
00:02:08: Sie sprechen Recht, sie schützen die Gesellschaft.
00:02:11: Aber auch diese menschlichen Gerichte können oft keine vollkommene Gerechtigkeit schaffen – das kann weder Nürnberg noch den Haag.
00:02:19: kein Urteil bringt einen ermordeten Menschen zurück.
00:02:22: Keine Strafe halt ein traumatisiertes Kind und viele Täter werden nie zur Rechenschaft gezogen!
00:02:29: Und manche sterben friedlich im hohen Alter.
00:02:32: Und selbst dort wo recht gesprochen wird bleibt manchmal ein Rest von Unrecht den kein Mensch ungeschehen machen kann.
00:02:39: Und wir spüren intuitiv, so darf doch die Geschichte nicht einfach
00:02:42: enden.".
00:02:44: Und genau auf diese Sehnsucht, auf diesen Schrei nach Gerechtigkeit antwortet das Evangelio mit einem Versprechen.
00:02:51: Gottfried Bachl beschreibt dieses Versprechen sehr schön.
00:02:55: Er schreibt Gott wird den Lauf der Geschichte anhalten und klarmachen, dass es zwischen Recht und Unrecht einen Unterschied gibt.
00:03:12: Er wird die zugeschütteten Opfer aufsuchen – Die vergessenen Kinder, die geschändeten Frauen.
00:03:17: Und er wird die versteckten Täter
00:03:19: finden.".
00:03:21: Mit dem Tod wird die Geschichte eben nicht eingefroren.
00:03:24: Unsere Sehnsucht nach Gerechtigkeit Strandet nicht am Grab der Opfer Und auch nicht am Tod der Täter.
00:03:30: Jemand sagte mal Nicht nur die Liebe sondern auch die Gerechtigkeit ist stärker als der Tod.
00:03:36: Also für mich persönlich ist das echt eine gute Nachricht und wenn ich heute mit anderen Menschen über solche Themen spreche, dann merke ich ja wie schwer es ihnen fällt diesen Gedanken zu fassen und nachzuvollziehen.
00:03:51: Das Motiv vom Gericht Gottes wurde in der Vergangenheit so häufig missbraucht dass viele Menschen es heute fast nur noch mit Angst verbinden.
00:03:59: Man hat dann vielleicht das Bild von einem je zornigen Gott vor Augen, der nur freudig darauf wartet Menschen zu quälen.
00:04:07: Nach der Bibelarbeit ist das Gericht Gottes etwas Absolut Positives!
00:04:11: Denn es geht vor allem darum, dass wieder ins Richtige zu stellen was durch das Böse zerstört wurde und es geht darum den Opfern Gerechtigkeit zu verschaffen.
00:04:20: Gottes Zorn – Das ist eben nicht ein ungezügelter Gefühlsausbruch.
00:04:24: Nein, Gottes Zorns ist seine Leidenschaft für das Recht.
00:04:28: aber Wie kann ein Gott der Liebe überhaupt Zorn nicht sein?
00:04:31: Ich glaube, ein Gott, der angesichts des Bösen in dieser Welt unberührt bleibt.
00:04:36: Der ist in meinen Augen nicht besonders liebenswert.
00:04:39: Will dazu mal einen Text von Muruslav Wolf vorlesen, der sehr schön zeigt, warum wir uns freuen dürfen über Gottes Zorn angesichts das Böse.
00:04:48: Er schreibt Nun, Gott ist die Liebe und er liebt jeden Menschen.
00:05:00: Und gerade darum ist auf manche von ihnen Zornig!
00:05:03: Mein letzter Widerstand gegen die Idee des Zornes Gottes brach im Bürgerkrieg in meiner Heimat dem ehemaligen Jugoslawien zusammen – der zweihunderttausend Menschen das Leben kostete.
00:05:15: Und ich konnte mir nicht vorstellen dass Gott Nicht-Zornig war.
00:05:19: oder denken sie an Rwanda im letzten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts wo innerhalb von hundert Tagen Achthunderttausend Menschen buchstäblich totgehackt wurden.
00:05:29: Wie hat Gott wohl auf dieses Gemetzel reagiert?
00:05:32: Hat er die Täter unter seinen großväterlichen Schutz genommen und nicht ihr Blutbad verurteilt, sondern behauptet, dass sie doch eigentlich im tiefsten Hut sein?
00:05:41: ist nichts ein Zorn gegen Sie entbrannt?
00:05:44: Früher hatte ich die Vorstellung eines zornigen Gottes unanständig gefunden.
00:05:49: Jetzt fand ich das sich gegen einen Gott rebellieren müsste der angesichts des Bösen in der Welt Nichtzornig würde!
00:06:04: Es mag zwar sein, dass die Rede vom Gericht Gottes Menschen provoziert.
00:06:08: Aber wir müssen verstehen, Gottes Zorn sagt zuallererst etwas über den Zustand dieser Welt aus und darüber das dieser Zustand nicht Gott gewollt ist und deshalb nicht einfach hingenommen werden darf.
00:06:21: Deshalb ist auch niemandem geholfen wenn wir immer nur von lieben Gott reden.
00:06:26: Im äußersten Fall, im schlimmsten Fall brauchen Menschen keinen kuscheligen Gott.
00:06:31: Der einfach ein lieber Kumpel ist.
00:06:34: Sondern sie brauchen einen mächtigen Gott der sich dem Bösen entgegenstellt.
00:06:38: und vielleicht verstehen wir jetzt auch besser warum die Psalmisten so oft nach Gottes Gericht rufen weil sie in einer Welt leben in der das böse Schein war triumphiert.
00:06:48: manche Christen stolpern über diese Gebete wie steh auf her Richte die Erdo oder diese ganzen Strafwünsche und sie denken, Puh!
00:06:57: Das klingt aber überhaupt nicht christlich.
00:07:00: Aber vielleicht lesen wir diese Zahl mit einer falschen Brille?
00:07:03: Wir hören Sie vielleicht aus einer sicheren und friedlichen Lebenssituation heraus – aber die Menschen, die diese Zahlen verfasst haben, lebten unter ganz anderen Umständen.
00:07:14: Es geht hier in dem Saal eben nicht um einen kleinen privaten Streit wo der Nachbar seine Baumzweige über den Gartenzaun wachsen lässt.
00:07:22: Es geht hier auch nicht um kleinere oder größere Konflikte, die durch kluge Großzügigkeit oder Nächstenliebe gelöst werden könnten.
00:07:30: Vielmehr beschreibt Debsamist in zahlreichen Bildern das die Feinde ihn zum Beispiel wie eine wilde Hunde meutum zingelt haben und dass sie ihn wie Löwen zerfleischen wollen.
00:07:40: er wird verfolgt er wird verläumdet.
00:07:43: es geht um Leben und Tod.
00:07:46: Diebsalmen wurden eben nicht aus der Perspektive der Täter sondern aus der perspektive Leopfer geschrieben ja oft sogar aus einer Überlebensperspektive.
00:07:56: Das bedeutet, wenn wir diese Texte lesen, dann lesen wie Menschen ganz unverblümt aussprechen was sie denken und fühlen nachdem sie schweres Unrecht erlebt haben.
00:08:06: Ihre drastischen Strafwünsche klingen so extrem weil sie hier umgefüllt hat ihre Verzweiflung ihren Schmerzen ihre Sehnsucht nach Gerechtigkeit aussprechen.
00:08:16: zusätzlich erlebt der Psalmist wie die Gewalttäter scheinbar ungestraft davon kommen.
00:08:22: Er sieht, wie die Schwachen unterdrückt werden und wie niemand ihnen zu Hilfe kommt.
00:08:27: Kurz gesagt erlebt in einer Welt, in der das Böse scheinbar triumfiert.
00:08:32: Genau diese Welt beschreibt seinem Zehn.
00:08:35: Dort zitiert der Psalmist in Versvier den Gewalttäter mit den Worten Gott kümmert sich sowieso nicht um das was wir tun.
00:08:42: es gibt ja gar kein Gott.
00:08:44: Der eigentliche Skandal ist also der Gewaltheter glaubt dass niemand ihn dafür zur Rechenschaft ziehen wird.
00:08:51: Vielleicht fragst du dich, warum geht der Psalmist nicht einfach vor Gericht?
00:08:55: Dazu muss man wissen.
00:08:57: Zur Zeit des Psalmisten gab es kein ausgeprägtes Rechtssystem wie wir's heute kennen.
00:09:02: Es gab zwar älteste im Stattor die über Rechtstreitigkeiten entschieden und dann gab es noch den König als Richter.
00:09:09: aber gerade diese Menschen waren manchmal selbst korrupt.
00:09:12: Zum Beispiel wirft Psalem-Achtundfünfzig Ihnen vor, sprecht ihr wirklich recht?
00:09:18: Nein!
00:09:18: Ihr tut mutwillig unrecht.
00:09:20: also Wenn selbst die Richter ungerecht handeln, wohin soll sich ein Mensch da noch wenden?
00:09:26: Dann bleibt ihr nur noch Gott.
00:09:28: Deshalb schreit der Psalmist nach Gottes Gericht!
00:09:31: Im Psalm-III ruft er, Herr wie lange noch willst du mich
00:09:34: vergessen?!
00:09:36: Wie lange noch soll sich mein Feind über mich herheben?
00:09:39: und bei all dem greift der P Salmist nicht selbst zur Waffe.
00:09:43: Er nimmt das Recht nicht selbst in die Hand sondern er überlässt das Gericht Gott.
00:09:49: Diese Hoffnung auf Gottes Gerichtlich gibt ihm die Kraft zum Festhalten an der eigenen Menschenwürde, selbst dort noch wo diese Menschenwürd mit Füßen getreten wird.
00:09:59: Und wenn der Psalmist Gott das Gericht überlässt, dann überläßt er ihm auch die Art und Weise wie Gott dieses Gericht vollzieht!
00:10:06: Ob ihm das jetzt passt oder nicht?
00:10:09: Wie Gott richtet bleibt nämlich Gottes Sache.
00:10:11: Gottes Gericht kann schärfer ausfallen oder auch milder als der P salmistis erbittet.
00:10:17: Gottes angekündigtes Gericht kann sogar damit enden, dass Menschen umkehren und Gott ihn vergibt.
00:10:23: Das Juna-Buch zeigt genau das!
00:10:25: Dort verzichtet Gott auf das angekündigte Gericht weil die Menschen von Nini wie umkehern.
00:10:32: Deshalb stehen selbst die schärfsten Strafbitten der Psalmisten unter diesem Vorbehalt.
00:10:36: Gott bleibt eben frei in seiner Gerechtigkeit auch beim Herzig zu handeln.
00:10:42: Na, ärgert dich das jetzt?
00:10:45: Vielleicht dachtest du ja Ja super Ich sage es Gott und er wird dann für mich die Ärmel hochkrempeln.
00:10:52: Ja, und dann doch diese Enttäuschung?
00:10:54: Na ja, Gott kann sich am Ende ja doch für beim Herzigkeit entscheiden!
00:10:58: Wie enttäuschen.
00:10:59: Naja wenn du das jetzt nicht gedacht hast, dann bist du besser als ich.
00:11:04: Und wenn doch, lass uns gerade mal die Perspektive wechseln.
00:11:08: Stell dir mal vor jemand hat dieselben Gedanken über dich.
00:11:12: wie sollte sich Gott deiner Meinung nach dir gegenüber verhalten?
00:11:16: Also ich freue mich, dass der Richter, dem ich begegnen werde, Jesus ist.
00:11:21: Jesus, der voller Gnade und Wahrheit ist!
00:11:24: Jesus, Der voller Liebe und Gerechtigkeit
00:11:26: ist!".
00:11:27: Das ist für mich absolut tröstlich.
00:11:30: Aber kommen wir gerade noch einmal zurück zum Psalmisten.
00:11:33: Der Psalmist überlässt Gottes Gericht – das heißt jetzt aber nicht, naja Wir Christen dürfen jetzt keine staatlichen Gerichte in Anspruch nehmen.
00:11:42: Schließlich hat Gott doch nach Hömer XIII den Staat genau dafür eingesetzt, um das Recht durchzusetzen.
00:11:49: Das heißt der Ruf nach Gottesgerechtigkeit steht nicht im Widerspruch dazu die Regierung um Gerechtigkeit zu bitten.
00:11:57: Wenn wir Christen heute Unrecht erleben dann haben wir die Möglichkeit die Sache juristisch klären zu lassen.
00:12:04: auch Paulus beruft sich mehrfach auf seine Rechte zum Beispiel in Apostelgeschichte sechzehn.
00:12:09: dort werden er und Silas ohne ordentliches Verfahren öffentlich geschlagen und ins Gefängnis geworfen.
00:12:16: Als die Behörden sie am nächsten Morgen einfach heimlich freilassen wollen, sagt Paulus, na ja erst haben Sie uns ohne jedes Gerechteverfahren öffentlich schlagen lassen obwohl wir das römische Bürgerrecht besitzen?
00:12:28: Und jetzt wollen sie uns einfach still unheimlich abschieben?
00:12:32: Nee, das kommt nicht in Frage!
00:12:33: Die sollen höchstpersönlich hier erscheinen und uns höchspersönlich herausbitten.
00:12:39: Und tatsächlich...die Behörde kommen Sie entschuldigen sich und führen sie aus dem Gefängnis.
00:12:45: Paulus sagt hier gerade nicht, naja wir sind Christen!
00:12:48: Wir lassen jetzt alles mit uns machen und dann ist Gott mit uns
00:12:51: glücklich.".
00:12:52: Und auch Jesus lässt sich nicht alles gefallen als er während seines Verhörs von einem Diener ins Gesicht geschlagen wird.
00:12:59: da sagt er habe ich übel geredet so beweise es dass das übel ist?
00:13:05: Habe ich aber recht gerede was schlägst du mich denn?
00:13:12: Und der Verzicht auf Selbstjustiz bedeuten nicht, dass wir passiv bleiben müssen.
00:13:17: Es bedeutet auch nicht, das wir auf jedes Recht verzichten müssen.
00:13:21: und trotzdem kommt es heute noch vor, das Gerichte versagen – und Gewalttäter einfach davon kommen!
00:13:28: Und dann bleibt uns tatsächlich nichts anderes übrig als darauf zu vertrauen, dass Gott selbst am Ende Recht schaffen wird.
00:13:36: Und genau hier bekommen die Gerechtigkeits-Psalm ihre besondere Bedeutung.
00:13:40: Sie sind nicht nur Gebete verzweifelter Menschen.
00:13:44: Sie sind auch Hoffnungsgebete, denn sie leben aus der Gewissheit, dass nicht der Gewalt Täter das letzte Board hat sondern Gott!
00:14:18: Frieden.
00:14:19: Amen!