Rachepsalmen (2/9)
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Wenn du noch nicht genau weißt, ob du noch religiös oder schon gläubig bist, dann ist das hier deine Playlist: Das Evangelium erklärt
Die Skripte zu den Podcast-Episoden finden sich hier: Skripte Podcast
Wenn du für meinen Dienst beten willst, dann findest du hier drei aktuelle Gebetsanliegen.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. AMEN
Jesus, Bibel, Glaube, Gott, Evangelium, Theologie, Spiritualität, Predigten, Religion
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00:00:04: In der
00:00:31: letzten Folge haben wir uns mit dem Gewalt vor dem Psalm beschäftigt und damit, warum sie viele Menschen irritieren.
00:00:38: Am Ende hatten wir die Frage Wie können solche gewaltvollen Gebete überhaupt Gottes fort sein, wenn Gott doch ein Gott der Liebe und Vergebung ist?
00:00:46: Genau an dieser Frage haben sich Theologen über Jahrhunderte die Zähne ausgebissen.
00:00:51: Für viele waren diese Gewaltvolle im Psalm ein echtes theologisches Ärgernis.
00:00:56: Einige versuchten die Spannung zwischen diesem Psalmen und Jesu Gebot der Feindesliebe dadurch zu lösen indem sie das Alte- und Neutestament möglichst scharf voneinander trennten.
00:01:07: Sie sagten, dass das Alt- und Neutestament in dieser Frage in einem scharfen Gegensatz zueinander stehen.
00:01:14: Manche sagten abwertend – naja diese nach Gewalt schreiendem Psyme gehören ja auch zum Alten Testament!
00:01:22: Die Psymisten waren halt rachsüchtig.
00:01:25: Für sie waren solche Strafenvernichtungsbitten vorchristlich unterchristlig oder sogar nicht christlich.
00:01:32: Ihrer Meinung nach hatte das Liebesgebot der Bergpredigt diese Gebete überholt Und genau deshalb müssten diese alttestamentlichen Psalmen von Christen als Christen überwunden werden.
00:01:43: Gerade als Christ könnte man diese Psalm doch nicht mehr nachbeten!
00:01:48: Diese Theologen konzentrierten sich vor allem auf die liebevolle und geduldige Seite von Jesus und setzten sie zum Maßstab, an dem diese PSalm gemessen wurden.
00:01:58: Natürlich wurde diese Position von den Theologens unterschiedlich konsequent vertreten….
00:02:03: Und einer trieb diese Sichtweise besonders auf die Spitze.
00:02:07: Das war Marcon im zweiten Jahrhundert, er war überzeugt das Neu-Testament spricht von einem Gott der Liebe und das Alte-Testerment spricht von einen anderen Gott – vom Gott des Gesetzes, des Gerichts und der Rache!
00:02:23: Deshalb verwarf Marcon nicht nur das alte Testament sondern erstellte sogar einen eigenen Bibelkanon zusammen.
00:02:31: Alles, was nicht zu seinem Gottesbild passte, strich er heraus.
00:02:35: Er wollte damit eine christliche Bibel schaffen in der der zornige und richtende Gott keinen Platz mehr hatte.
00:02:41: Am Ende blieben in seinem Kanon nur noch ein bearbeitetes Lukas Evangelium und zehn bearbeitete Paulus-Prifu übrig.
00:02:50: Die Kirche hat sich gegen Markeons Lehre gewährt – und das zu Recht!
00:02:54: Und trotzdem haben manche Christen bis heute die Vorstellung altes Testament ist gleich gericht Neues Testament ist gleich Liebe, auch wenn sie wahrscheinlich nicht die selben Konsequenzen daraus ziehen wie Markeon.
00:03:06: Ohne Frage!
00:03:07: Manche Psalmen klingen ja wirklich brutal – das Kleinsturiden wäre einfach nicht ehrlich.
00:03:14: Aber ich glaube ein Teil der Ablehnung dieser Psalm hängt doch mit unserem heutigen Sprachgebrauch und der Übersetzung bestimmter Begriffe zusammen.
00:03:23: Schauen wir uns einmal den Begriff Racher an, der in dem Psalmem vorkommt.
00:03:27: So wird uns zum Beispiel Gott im Psalm vier und neunzig in einigen Bibelübersetzungen als Gott der Rache vorgestellt.
00:03:34: Und deshalb werden diese Gewalt vor dem Psalм oft auch Rachepsalm genannt, aber genau hier haben wir schon das Problem.
00:03:42: Einige Theologen haben nämlich die Frage in den Raum geworfen – meint die Bibel mit dem Wort Rachel wirklich dasselbe was wir heute unter diesem Wort verstehen?
00:03:50: Rachel ist nämlich in unserem heutigen Sprachgebrauch einen negativ besetzter Begriff!
00:03:56: Die meisten von uns verbinden damit jemanden, der aus seinen Emotionen heraus das Gesetz in die eigene Hand nimmt anstatt das Recht durch ein Gericht sprechen zu lassen.
00:04:05: Es ist also kein Wunder dass schon der Begriff Rachepsalm Christenbauchschmerzen bereitet.
00:04:11: Deshalb haben sich diese Theologen gefragt was bedeutet eigentlich das hebräische Wort Das viele Übersetzung mit Trache wiedergeben?
00:04:19: und sie haben gemerkt es wir hier einen Übersetzungsproblem haben denn mit dem wortrache ist in dem Psalm eben keine Selbstjustiz gemeint.
00:04:28: Das hebräische Wort kommt aus der Rechtssprache und meint, dass eingreifen einer Autorität die für Recht sorgt – zum Beispiel ein Richter oder ein König!
00:04:38: Es geht ja also darum, das Gott als gerechter Richter angerufen wird.
00:04:43: Der Beta bittet Gott, das Recht durchzusetzen, die Gerechtigkeit wiederherzustellen.
00:04:52: Deshalb kann man aus diesen Gebeten auch nicht einfach schließen, dass die Psalmisten rachsüchtig gewesen wären.
00:04:58: Im Gegenteil!
00:04:59: Gerade weil sie Gott als Richter anrufen, verzichten Sie auf Rache und deswegen macht es Sinn hier nicht von einem Gott der Rache zu sprechen wie es im psalm fourneinzig oft übersetzt wird sondern von einem Gotter Ahndung oder von einem gott der Vergeltung zu sprechen.
00:05:17: diese juristischen Begriffe ahndung und vergeltung drücken einfach viel besser aus, worum es in diesem Salm eigentlich geht.
00:05:25: Nicht um persönliche Rache sondern um Gottes gerechtes Eingreifen als Richter!
00:05:30: Aus diesem Grund werde ich im weiteren Verlauf dieses Podcasts von Ahndungs-Psalmen sprechen – von Vergeltungssalmen oder von Gerechtigkeitspsalmen und nicht von Rachepsalmen.
00:05:43: Okay wir haben jetzt ein wichtiges Missverständnis aus dem Weg geräumt aber die Frage ist offen geblieben Ist die Formel altes Testament gleichgericht, neues Testament gleichliebe wirklich ein guter Weg um die Spannung zwischen den Gerechtigkeitspsalmen und der Feindesliebe zu lösen?
00:06:01: Schauen wir uns dazu mal jeweils drei Beispiele aus dem alten und dem neuen Testament etwas genauer an.
00:06:07: Und wir werden sehen dass man das nicht so ganz schwarz weiß ausdrücken kann!
00:06:11: Das Gebot der feindes Liebe ist keine neu testamentliche Erfindung.
00:06:15: Schon im alten Testament finden wir Texte, die zur Feindesliebe und beim Herzlichkeit aufrufen.
00:06:21: Schauen wir uns das einmal an!
00:06:23: Das heißt zum Beispiel in Dritte Mose Kapitel Aber Moment mal, hier steht doch nur du sollst dein Nächsten lieben.
00:06:50: Das Wort Feind kommt dir doch gar nicht vor!
00:06:53: Da stimmt – aber der Zusammenhang zeigt genau das.
00:06:57: Direkt vorher heißt es nämlich «du sollst deinen Bruder nicht hassen».
00:07:01: Und anschließend heißt es »Du sollst dich nicht rechen und kein Groll hegen«.
00:07:06: Also es geht hier um einen Menschen, der mir Unrecht getan hat und gegen den ich Hass oder Groll empfinde und an dem ich mich rechen will….
00:07:13: Es geht um einen Menschen, den ich als Feind empfinde.
00:07:16: Das heißt in diesem nächsten Liebegebot ist das Gebot der Feinde es Liebe mitenthalten.
00:07:21: Der Text fordert nämlich dazu auf auch den Menschen zu lieben gegen denen ich Hass oder Groll empfande.
00:07:27: Dieser Auslegung – dass auch der Feind mein Nächster sein kann – wird auch durch Jesus bestätigt.
00:07:33: Als Herrn Lukas Zehen gefragt wird, wer ist mein nächster?
00:07:37: Da antwortet er mit dem Gleichnis von beim herzigen Samaritan.
00:07:40: Ausgerechnet ein Samariter wird zum Vorbild.
00:07:44: Dabei waren die Samarita und die Juden damals verfeindet.
00:07:47: Und damit zeigt Jesus, der Nächste ist nicht nur der Mensch, der zu meinem Volk gehört oder den ich
00:07:52: mag.".
00:07:53: Und ja!
00:07:54: Ich gebe es zu – Es gibt im alten Testament dem Psalm hundertseinunddreißig, der mit einer Vernichtungsbitte gegen Babel endet.
00:08:01: Und gleichzeitig hören wir den Propheten Jeremir im Alten Testament, der den nach Babylon verschleppten Juden sagt in Yremir Kapitel setzt euch für das Wohl der Stadt Babel ein und betet für sie.
00:08:16: Und entsprüche, Kapitel XXV Vers XXI haben wir die Aufforderung, hungert dein Feind so speise ihn mit Brot!
00:08:26: Dürstet ihn so tränke ihn mit Wasser?
00:08:28: Also ganz ehrlich wenn das mal nicht Feindesliebe ist Das zeigt, dass Alte Testament kennt nicht nur Gericht sondern auch Feindeszliehund beim Herzigkeit.
00:08:38: Wenn also Jesus später in der Bergpredigt dann bringt er im Kern eigentlich nichts Originelles, sondern erinnert lediglich an das was wir bereits am alten Testament haben.
00:08:50: Gerhard Meier schreibt dazu Wir müssen nicht krampfhaft die Originalität Jesu vertreten als habe nur Er und als habe er als Erster etwas gesagt.
00:09:02: Ja, das sehe ich auch so.
00:09:04: Und das neue Testament kennt nicht nur Feindesliebe, sondern auch Gericht, Zorn-und den Wunsch nach Vergeltung.
00:09:11: Auch hier mal einige Beispiele.
00:09:40: Jesus reagiert scharf auf den Missbrauch des Tempels und zeigt, Gottesliebe bedeutet nicht, unrecht einfach hinzunehmen.
00:09:47: Noch überraschender wird es für mich in Offenbarung Sechs festzehn!
00:09:51: Dort beten sogar die Märtyrer.
00:09:54: wie lange noch her?
00:09:56: Bist du unser
00:09:56: Blutrecht?!
00:09:58: Also dass die Märthyra sowas beten also gerade diese Menschen.
00:10:03: wie lange nachher bist du unser blutrecht?
00:10:06: In dem Gebet der Märtyrer wird Gott mit dem Begriff Rache in Verbindung gebracht.
00:10:11: Und auch hier gilt dasselbe wie bei den Psalmen, gemeint ist nicht die Selbstjustiz sondern Gottes Richterliches eingreifen.
00:10:19: deshalb würde ich auch hier lieber mit Ahndung oder Vergeltungen übersetzen.
00:10:23: also die Märtyrer bitten Gott darum ihn endlich recht zu schaffen.
00:10:27: das ist genau dieselbe Bitte die wir bereits aus den Gerechtigkeitspsalm kennen.
00:10:32: Und spätestens jetzt wird klar, so einfach lassen sich das Alte und das Neutestament nicht gegeneinander ausspielen.
00:10:38: Die Spannung zwischen diesen Strafbitten der Psalmen und der Feindesliebe verläuft also nicht erst zwischen Altem- und Neuntestament sondern innerhalb beider Testamente – und das sollte uns eigentlich auch nicht überraschen oder?
00:10:52: Schließlich spricht die Bibel nicht von zwei verschiedenen Göttern!
00:10:56: Der Gott des alten Testaments und der Gott des neuen Testaments ist derselbe Gott.
00:11:02: Wenn wir also im alten Testament Liebe und Gericht finden, dann liegt die Spannung nicht zwischen zwei verschiedenen Gottesbildern sondern sie liegt im Wesen Gottes selbst.
00:11:14: Deshalb leuchtet mir auch die Behauptung, die Gerechtigkeitspsalm wären vorchristlich einfach gar nicht ein.
00:11:20: Und genauso wenig überzeugt mich die Vorstellung Jesus wollte diese Psalm mit dem Liebesgebot für überholt erklären.
00:11:26: Im Gegenteil Jesus hält diese Sehnsucht nach Gerechtigkeit aus dem Salmenwach.
00:11:32: Er sagt zum Beispiel, glücklich zu preisen sind die, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden
00:11:39: sattwerden.".
00:11:41: Und erinnern wir uns mal an das Vater Unsa, wenn wir beten, dein Reich komme!
00:11:47: Was bitten wir da eigentlich?
00:11:48: Naja, wir bitten darum, dass Jesus wieder kommt.
00:11:52: Wir bitten darum ,dass er sein Reich aufrichtet Und wir bitten darum, dass er Gottes Gerechtigkeit vollständig verwirklicht und seine Wiederkunft ist ja auch mit dem Gericht über das Böse verbunden.
00:12:03: Das heißt die Vergeltungsbitten der Psalm setzen wir heute fort wenn wir im Vater unser beten dein Reich komme.
00:12:11: Sowohl das Alte als auch das Neutestament stellen verschiedene Aussagen über Gottes Charakter nebeneinander, die wir gleichzeitig hören müssen.
00:12:20: Zu Gottes Wesen gehören Liebe Vergebung!
00:12:23: Beim Herzlichkeit.
00:12:25: Und gleichzeitig kann Gott ohne Gerechtigkeit nicht Gott sein, aber was bedeuten Gottes Gerechtigkeiten und seinen Gericht eigentlich?
00:12:33: Ist die Botschaft vom Gericht eine Droh-Botschaft oder doch eher eine Frohbotschaft?
00:12:40: Genau dieser Frage widmen wir uns in der nächsten Folge.
00:12:52: Das war's für heute!
00:12:58: www.lit-verlag.de.
00:13:04: Der Herr segne dich, erfahre seine Gnade und Lebe in seinem Frieden!
00:13:11: Amen.