Episode 744 | Jesu Leben und Lehre
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Wenn du noch nicht genau weißt, ob du noch religiös oder schon gläubig bist, dann ist das hier deine Playlist: Das Evangelium erklärt
Die Skripte zu den Podcast-Episoden finden sich hier: Skripte Podcast
Wenn du für meinen Dienst beten willst, dann findest du hier drei aktuelle Gebetsanliegen.
Der Herr segne dich. Erfahre seine Gnade und lebe in seinem Frieden. AMEN
Transkript anzeigen
00:00:09: Und er setzte sich dem Schatzkasten gegenüber und sah, wie die Volksmenge Geld in den Schatzkästen einlegte.
00:00:45: Die Weherufe gegen die Schrift gelehrten und Pharisäer liegen hinter uns, und Jesus bleibt noch etwas im Tempel.
00:00:53: Im Tempel selbst gab es Schatzkästen – das heißt Sammelbehälter für das Sammeln von Spenden.
00:01:01: Einem dieser Opferkästen setzt sich Jesus gegenüber und schaut zu wie die Pilger Geld einwerfen.
00:01:07: Unter ihnen sind auch viele Reiche, die viel spenden.
00:01:14: Und eine arme Witwe kam und legte zwei Lepta ein.
00:01:18: Das ist ein Quadrans!
00:01:21: Da haben wir sie, die zentrale Figur um die sich jetzt alles dreht – eine ansonsten unbekannte Arme-Witwe.
00:01:30: Witwen gehörten in der antiken Welt häufig zu den sozial besonders gefährdeten Gruppen.
00:01:36: Der unmittelbare Zusammenhang verschärft diesen Gedanken noch weil Jesus kurz zuvor die Schriftgelehrten so kennzeichnet.
00:02:10: Zwei Lepter entsprechen einem Quadrans.
00:02:14: Ein Lepton ist eine äußerst kleine Kupfermünze, eine Umrechnung ist schwer möglich.
00:02:21: Vielleicht könnte man es so probieren – ein Leptorn war ungefähr ein hundertundzwanzigstel eines Denares.
00:02:29: Wenn man den Denar als Tageslohn eines Arbeiters ansetzt sind zwei Lepta ein vierundsechzigstel des Tageslohns.
00:02:37: Nimmt man einen Tageslohn von hundertsechzig Euro, dann reden wir über zwei Euro fünfzig.
00:02:43: Wichtig – das ist nur eine didaktische Annäherung!
00:02:47: Die antike und moderne Kaufkraft sind nicht direkt miteinander vergleichbar.
00:02:52: Preise für Nahrungen, Wohnen, Arbeit- und soziale Absicherung funktionierten damals völlig anders.
00:03:00: Während zum Beispiel ein größerer Teil des Einkommens für Grundnahrungsmittel aufgewendet wurde gab es keinen Mit heute vergleichbaren Wohnungsmarkt, man lebte in Haushalten zusammen.
00:03:13: Eine gesetzliche Renten arbeitslosen oder Krankenversicherung fehlte auch völlig – Schutz lief über Familie, Verwandtschaft die Dorfgemeinschaft oder die religiöse Armen für Sorge für die Almosen gegeben wurden.
00:03:28: Trotzdem können wir festhalten viele Reiche legten viel ein und die Arme wird wenn nur zwei lebt da den winzigen Bruchteil eines Tageslohns.
00:03:39: Makus zwölf, fast drehenvierzig und er rief seine Jünger herbei und sprach zu ihnen «Wahrlich, ich sage euch diese Arme-Witwe hat mehr eingelegt als alle die in den Schatzkasten eingelegt haben.».
00:03:54: Wieder einmal wird mit wahrlich – Amen eine bedeutende Aussage eingeleitet.
00:04:00: Jesus sieht die arme Witwe, ruft seine Jündger herbei.
00:04:05: Wahrlich, ich sage euch – diese arme Witwe hat mehr eingelegt als alle die in den Schatzkasten eingelegt haben.
00:04:12: Also auch mehr als die vielen Reichen!
00:04:16: Und genau das ist auch die Pointe der Geschichte.
00:04:20: Wir merken sofort dass Jesus hier nicht über einen absoluten Geldbetrag redet.
00:04:25: Der ist ja gerade ausgesprochen gering bei der Witwe.
00:04:28: Jesus bewertet die Gabe nach einem anderen Maßstab.
00:04:32: Es geht nicht um die Summe selbst sondern um das Verhältnis der Gabe zu den verfügbaren Mitteln.
00:04:39: Das ist insofern interessant, weil der Herr Jesus dadurch die Maßstäbe von Großzügigkeit relativiert.
00:04:46: Ein großer Betrag kann in seinen Augen nicht viel sein während ein winziger Betrag für ihn womöglich ein großes Vermögen darstellt.
00:04:56: Der Herr sagt nicht dass die Reichen heuchlerisch oder böse gegeben hätten.
00:05:01: Der Text kontrastiert zunächst nur Überfluss und Armut, nicht automatisch auch gute- und schlechte Motive.
00:05:09: Wenn es heißt diese arme Witwe hat mehr einen gelegt dann ist das Meer kein mathematisches Meer sondern ein Meer gemessen an dem was die Gabe der Person kostet.
00:05:21: Hören wir uns deshalb die Begründung für die Beurritteilungen an.
00:05:28: Denn alle haben von ihrem Überfluss eingelegt, diese aber hat aus ihrem Mangel alles was sie hatte eingelegt.
00:05:37: Ihren ganzen Lebensunterhalt.
00:05:40: Das ist die Begründung!
00:05:42: Die Reichen geben von ihrem überfluss die Witwe hingegen aus ihrem Mangel und zwar Alles Was Sie Hatte ihren Ganzen Lebens Unterhalt.
00:05:53: Wir müssen uns das gut merken.
00:05:55: Gott beurteilt eine Spende nicht nach ihrer Kaufkraft, sondern danach was sie für den Gebenden bedeutet.
00:06:03: Hier gibt eine arme Witwe das, was Sie für den Tag hatte – Ihren ganzen Lebensunterhalt!
00:06:10: Sie hält nichts zurück und das ist in Gottes Augen mehr als dass, was alle Reichen gegeben haben weil es aus dem Mangel herausgegeben wurde.
00:06:21: Es macht für Gott einen Unterschied ob jemand gibt und Überfluss hat, oder ob er gibt und Mangel leidet und sein Geben diesen Mangel noch verstärkt.
00:06:33: Hören wir uns die Episode nochmal an – Lukas XXI die Verse eins bis vier.
00:06:39: Er blickte aber auf und sah die Reichen ihre Gaben in den Schatzkasten legen.
00:06:45: Er sah aber auch eine arme Witwe zwei Schärflein dort einlegen.
00:06:49: Und er sprach.
00:06:51: In Wahrheit sage ich euch, dass diese arme Witwe mehr eingelegt hat als alle.
00:06:58: Denn alle diese haben von ihrem Überfluss eingelegt zu den Gaben – diese aber hat aus Ihrem Mangel heraus den ganzen Lebensunterhalt, den sie hatte, eingelegt!
00:07:10: Was können wir von dieser kleinen Episode mitnehmen?
00:07:14: Erstens Gott bewerte deine Gabe nicht primär nach ihrer Höhe sondern danach, was sie den Gebenden tatsächlich kostet.
00:07:23: Und das gilt nicht nur für Geld, sondern auch für Zeit und Kraft – und alles, was wir sonst haben, um es Gott zur Verfügung zu stellen!
00:07:33: Das ist dann auch der Grund dafür, dass wir uns nicht vergleichen dürfen.
00:07:37: oder um Paulus zu zitieren «Jeder wird seine eigene Bürde tragen».
00:07:43: Es kann sein, daß die zehn Minuten Gebet der Alleinerziehenden die kaum weiß, wie sie ihr Leben mit all den Aufgaben meistern soll.
00:07:52: Vor Gott mehr zählen als die eine Stunde Gebet des Rentners, dem trotzdem noch Zeit für ein Hobby bleibt!
00:07:59: Zwei Tänze.
00:08:01: Die Witwe steht für radikale Hingabe.
00:08:04: Sie gibt über das hinaus was ökonomisch vernünftig erscheint.
00:08:08: Gerade darin liegt aber die Provokation.
00:08:11: Liebe rechnet nicht immer und Nachfolge lässt sich nicht immer auf das sichere vernünftige Maß begrenzen.
00:08:19: Jesus Jünger dürfen auch mal ein bisschen gaga sein, aber vielleicht ist das nicht alles.
00:08:26: Drittens!
00:08:27: Die Witwe gibt das wovon sie leben sollte.
00:08:30: Während die religiösen Autoritäten kurz zuvor dafür verurteilt wurden, die Häuser der Witwen zu verschlingen – so sehr die Witwitz einem Vorbild für Hingabe wird.
00:08:42: So sehr steckt in dem Ereignis auch Kritik an den Umständen.
00:08:47: Dass sie nur zwei Lepta hat und sich entscheiden muss, ob sie Gott ehrt oder sich etwas zu essen kauft, wirft kein gutes Licht auf den Umgang mit armen Witwen.
00:08:59: Oder sagen wie es so?
00:09:01: Ja, Jesus ehrtt die Großzügigkeit der armen Witte – aber er entschuldigt damit kein religiöses System, das Menschen zwingt, sich zwischen Gottes Verehrung Entscheiden.
00:09:26: Was könntest du jetzt tun?
00:09:29: Nimm dir Zeit, um über die Qualität deiner Spenden nachzudenken!
00:09:34: Ist Nachfolge für dich wenigstens manchmal kostspielig?
00:09:39: Das war's für heute.
00:09:41: Wenn Du ihn noch nicht kennst, mach Dich doch mit meinem YouTube-Kanal vertraut.
00:09:46: Der Herr segne Dich, erfahre seine Gnade und Lebe in seinem Frieden Amen.